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 Research | Napoleonic Hortig Bonaparte vor Mantua German Chapter VII

Bonaparte vor Mantua

VII. Die Vorgänge im Etschtal am 29. und 30. Juli.

Mit gleich glücklichem Gelingen wie westlich des Gardasees aber unter wesentlich härterem Ringen vollzog sich gleichzeitig der Vormarsch der österreichischen Hauptkolonnen im Etschtale. Hier war erst der energische Masséna aus einer Aufstellung zu vertreiben, die von Natur aus schon stark, durch künstliche Mittel in ihrer Widerstandskraft noch bedeutend gesteigert worden war. Masséna hatte am rechten Etschufer drei Verteidigungslinien eingerichtet, die hintereinander gelegen nach rückwärts an Stärke zunahmen, und zwar eine vorderste, durch Befestigung der Punkte Ferrara und Rivalta, eine zweite in der Front M. della Corona-Brentino, und eine dritte, als Hauptstellung, auf dem Plateau von Rivoli. Die letzte bot einer zähen, energischen Verteidigung die meisten Vorteile, während die vorderen der Leistung eines nachhaltigen Widerstandes weniger günstig waren, da ihre linken Flügel auf dem Osthange des Monte Baldo verhältnismäßig leicht und sehr wirksam umgangen werden konnten, ein Umstand, der von den angreifenden Österreichern mit Geschick ausgenutzt wurde.

Am 29. J u Ii, um 3 Uhr früh, setzten sich die vier Kolonnen zum Angriff in Bewegung: die beiden Brigaden Gummer und Bajalics unter Melas gegen den französischen linken Flügel bei Ferrara, die Division Sebottendorf gegen den rechten Flügel bei Rivalta, und die Hauptkolonne Davidovich links der Etsch, um von diesem Ufer aus den Angriff der Nachbarkolonne, zunächst durch Artilleriefeuer, zu unterstützen.

Bei Ferrara traf Melas auf das III. Bataillon der 4. leichten Halbbrigade nach kurzem Kampf zwang er es durch eine über Campedello und Val Freddo eingeleitete Umgehung zum Rückzuge und drängte es gegen Madonna della Corona. Joubert, der mittlerweile mit den beiden anderen Bataillonen der 4. leichten Halbbrigade in die Stellung bei Corona eingerückt war, nahm die zurückweichenden Abteilungen auf und leistete dem weiteren Vorrücken der Österreicher energischen Widerstand. Als bald darauf von Caprino her 12 Kompagnien der 18. leichten Halbbrigade herbeieilten und im weiteren Verlaufe des Kampfes auch General Victor mit einem Bataillon der 18. Linienhalbbrigade bei Corona eintraf, fanden die Franzosen sogar die Kraft zu einem Gegenstoß und brachten damit das Gefecht für einige Zeit zum Stehen. 1) Die Reserven der Division Melas waren aber inzwischen auf den schwierigen Gebirgspfaden herangekommen und obgleich die Artillerie der Bewegung nicht folgen und den Angriff der Infanterie mithin nicht unterstützen konnte, gelang es dieser immer mehr Terrain gegen Corona zu gewinnen. Als sich auch eine über den Rücken des Monte Baldo gegen die linke Flanke der Franzosen vorgehende Umgehungskolonne bemerkbar machte, räumten Joubert und Victor Corona und zogen sich auf Pazone und bald auf Rivoli zurück.

Der Angriff der Division Sebottendorf fand den ersten Widerstand bei Rivalta, und, nachdem dieser Ort genommen war, in den Verschanzungen bei Brentino. Das Vorgehen gegen diese, von der 11. leichten Halbbrigade mit großer Entschlossenheit verteidigte Stellung, gestaltete sich aber außerordentlich schwierig, da die steilen Hänge des dicht vor der französischen Front liegenden Felsentales der Pissotte unter dem wirksamsten feindlichen Geschützfeuer passiert werden mußten. Sebottendorfs Truppen drangen aber mit großer Bravour und, obgleich sie wiederholt zurückgeschlagen wurden, energisch gegen die Verschanzungen vor, und als endlich Davidovich auf dem linken Etschufer einige Geschütze zur Unterstützung des Angriffes sehr wirksam ins Feuer brachte, wurde Brentino mit Sturm genommen. Mittlerweile war aber, da Corona schon im Besitz der Österreicher und auch die Division Davidovich etschabwärts vorgerückt war, die Lage der 11. Halbbrigade eine völlig isolierte geworden, Endlich aus Brentino geworfen, flüchteten das III. Bataillon und die Carabinièrekompagnien, die den linken Flügel gebildet hatten, nach Corona zu, das I. und II. Bataillon, von der Brigade Pittoni energisch verfolgt, im Etschtal nach Süden. Hier gelangten die letzteren auch glücklich über Preabocco hinaus, bei Groara aber, dort, wo der steile Hang des Gebirges die am rechten Ufer führende Straße hart an den Fluß drängt, fanden sie den Rückweg durch eine von Davidovich sehr wirksam postierte Batterie versperrt, und sahen sich dadurch gezwungen, 900 Mann stark, vor Pittoni die Waffen zu strecken. Das gleiche Schicksal erfuhren die nach Westen in die Gewalt von Melas Truppen geflüchteten Teile der Halbbrigade bei Corona, und nur einigen kleinen Abteilungen gelang es, sich durch die Berge nach dem Süden durchzuschlagen.

Masséna sammelte seine Truppen bei Rivoli und besetzte mit ihnen die am Nordrande des Plateaus, nördlich des Ortes Rivoli, vorbereitete Stellung. Den Stützpunkt der Verteidigung bildete eine am rechten Flügel, gegenüber Incanal aufgeführte Batterie, die auf direkten Befehl Bonapartes angelegt worden war: „Sie müssen bei Rivoli,“ hatte er am 9. Juli an Masséna unter anderem geschrieben, „eine Batterie mit vier Geschützen einrichten, die in der Lage ist, die beiden Straßen beiderseits des Flusses mit ihrem Feuer zu beherrschen.“ 2)

Daß Masséna die Überlegenheit der ihm gegenüberstehenden Kräfte und die große Schwierigkeit, sich bei Rivoli behaupten zu können, erkannt hat, ist wohl außer Zweifel; es muß daher auffallen, daß er trotzdem von der seinem Kommando unterstellten starken Besatzung Veronas keine Unterstützung herbeigeholt hat, und zwar um so mehr, als er von General Bonaparte, bei der großen Entfernung des Armeehauptquartiers, rechtzeitige Befehle nicht erwarten konnte. Eine Erklärung dürfte sich auf die Tatsache stützen lassen, daß man von der Stärke der bei Bassano versammelten Truppen auf französischer Seite übertriebene Vorstellungen hatte, und einen ernstlichen Angriff von dieser Seite her, über Vicenza, befürchtete. Schon am 12. Juli berichtete Bonaparte nach Paris, daß „der Feind jetzt ziemlich beträchtliche Kolonnen hinter die Brenta schiebe, und bei Bassano ungefähr 8000 Mann habe.“ 3) Gegen Abend des 29. Juli hatte aber Masséna die wahre Sachlage wohl schon erkannt, denn er berichtete an Bonaparte: „Es überrascht mich nicht, zu erfahren, daß die Zahl der gestern bei Vicenza eingetroffenen Truppen immer geringer wird. Sie werden noch sehen, Bürger General, daß es am Ende nichts anderes sein wird, als eine Rekognoszierung.“ 4) Seine Vermutung kam der Wahrheit ziemlich nahe.

Während Melas und Sebottendorf nach der Erstürmung von Corona und Brentino ihre Truppen über Caprino und längs der Höhen am rechten Etschufer gegen Rivoli vorführten, hatten die bei der Vorhut der Kolonne Davidovich eingeteilten technischen Truppen mit großer Schnelligkeit bei Dolce eine Kriegsbrücke geschlagen, und bald darauf überschritt der größte Teil dieser Division – nur Mitrovsky blieb zurück – die Etsch, um sich dem Angriff der Nachbarkolonnen auf Rivoli anzuschließen. Die starke Artillerie der Kolonne Davidovich, die auf der guten Talstraße rasch vorwärts gekommen war, kam dem Angriff sehr zu statten, und als sich gegen Abend die schon erwähnte französische Batterie verschossen hatte, drangen Sebottendorf und Davidovich von Incanal aus mit großem Erfolge gegen den rechten französischen Flügel vor und warfen die Franzosen aus ihrer Aufstellung. Diese setzten sich zunächst noch auf den Höhen unmittelbar südlich des Ortes Rivoli fest, wurden aber bald auch von hier über die Torrente Tasso gegen Cavajone zurückgedrängt.

Die von der großen Anstrengung des Tages sehr erschöpften österreichischen Truppen sammelte Wurmser bei Rivoli und schob zu ihrer Deckung Vortruppen bis an den Südrand des Plateaus.

General Mitrovsky, der mit 2 Bataillonen, 2 Kompagnien, 1 Eskadron und 6 Reservegeschützen am linken Etschufer verblieben war, war im Vormarsch bis Ceraino gelangt, und schickte von da, noch spät am Abend, eine Abteilung nach der von den Franzosen besetzten Straßensperre Chiusa voraus, deren Besatzung, bestehend aus 1 Kapitain, 3 Offizieren und 90 Mann der 18. Linienhalbbrigade sich auf die erste Aufforderung ergab.

Das österreichische Hauptquartier verblieb für die Nacht in Dolce.

Den Österreichern gegenüber nahm Masséna mit seinem rechten Flügel Stellung bei Sega und Campora, wo während der Nacht die Kriegsbrücke abgebrochen wurde, mit seinem linken Flügel, Valette, nächst Calmasino, und mit den Vortruppen unter Victor und Piegeon (in Vertretung des erkrankten Joubert) auf den Höhen bei Cavajone südwestlich Rivoli. Masséna meldete, nachdem der Kampf zu Ende war, dessen Verlauf dem General Bonaparte, berichtete, daß seine Truppen trotz des „leeren Magens“ sich erstaunlich gut geschlagen hätten, jetzt aber völlig erschöpft wären, und fügte noch hinzu: „Je n'ai jamais vu les Autrichiens se battre avec tant de rage; ils e'taient tous ivres d'eau de vie.“ Für den nächsten Tag erbat er sich dringend Verstärkungen: „Wenn Sie mir 7-8000 Mann schicken, kann ich fast sicher versprechen, morgen Corona wieder zu nehmen; aber es müssen frische Truppen sein.“ 5)

Die österreichische Flottille auf dem Gardasee hatte nach einer Darstellung der „österreichischen militärischen Zeitschrift“ 6) an den Ereignissen des 29. Juli tätigen Anteil genommen, und den Angriff der I. Kolonne auf Salo unterstützt. Als dieser Ort erobert war, wandte sich Major Maelcamp gegen die feindliche Flottille, welche ihm in der Entfernung gefolgt war, und bot ihr das Gefecht, welches diese jedoch nicht annahm, sondern gegen Peschiera zurückwich. Nun landete der Major bei Lacise, um die vom Monte-Baldo retirierenden Franzosen zu beunruhigen. Nachdem ihm dies gelungen war, meldete er um 4 Uhr nachmittags dem Feldmarschall Wurmser, daß er den günstigen Wind benutzen, und über den See zurückfahren werde, um die fernere Unternehmung der I. Kolonne gegen Desenzano durch eine Landung zu unterstützen.

Die von der III. Hauptkolonne über die Monte Lessini entsandte Kolonne Spiegel hatte am Abend des 29. nach einem sehr beschwerlichen Marsch Lugo im Val Pantena erreicht und noch Patrouillen gegen Verona geschickt. Die IV. Hauptkolonne, Mészáros, war von Vicenza bis Montebello vorgerückt, wo sie 4 Uhr nachmittags eintraf, hatte ihre Vortruppen bis Torre di Confine, Lonigo und Este vorgeschoben und Beobachtungspatrouillen bis Verona, Legnago und Rovigo entsandt.

Zu ernsteren Unternehmungen gegen Verona war es also weder vom Gebirge her noch aus der Richtung von Montebello gekommen, und von irgend welchen Zusammenstößen bei Verona wird nirgend berichtet. Wenn daher Bonaparte am Nachmittage des 29. in seinem ersten Befehl 7) an Masséna mit Befriedigung konstatiert, daß der Feind bei Verona hatte „tüchtig Haare lassen müssen“- la garnison de Vérone a bien étrillé les ennemis – so hatte dem französischen Feldherrn unzweifelhaft eine Meldung aus Verona vorgelegen, in der aus unbedeutenden Patrouillengefechten in übertriebener Darstellung blutige Kämpfe geworden waren.

In die weiteren Begebenheiten östlich des Gardasees greifen nun bereits die Entschließungen Bonapartes ein. Wenn sie auch den Gang der Ereignisse noch nicht wesentlich beeinflussen, so bringen sie die Vorgänge des 30. Juli doch schon in bestimmte Beziehungen zur Gesamtlage, so daß auch dieser gedacht werden müßte. Da aber im nächsten Abschnitte das Verhalten Bonapartes vom Empfange der ersten Meldungen über das Vorgehen der Österreicher bis zum letzten großen Entschlusse des 31. Juli vollständig dargestellt und die Entwicklung der allgemeinen Lage um Mantua schrittweise verfolgt werden soll, werden hier, zur Vermeidung von Wiederholungen, nur insoweit und in Kürze die von Bonaparte erteilten Befehle erwähnt werden, als sie auf die weiteren Vorgänge von Einfluß waren und ihre Kenntnis zum Verständnis erforderlich ist.

Wurmser hatte für den 30. Juli den Entschluß gefaßt, vorerst seinen durch die großen Strapazen des 29. erschöpften Truppen – Märsche bis zu 30 km, auf schwierigstem Gelände unter andauernden Kämpfen – eine kurze Rast zu gönnen, und erst nachmittags den Vormarsch fortzusetzen. 8) Er wollte bis zum Abend die Höhen von Castelnovo und damit den wichtigen Straßenkreuzungspunkt gewinnen, und gab hierzu folgenden Befehl: „Sebottendorf wird mit der Brigade Bajalies von der II. Kolonne über Cavajone, Calmasino und Lacise vor Peschiera ziehen, diese Festung besetzen, wenn sie vom Feinde geräumt ist, im Gegenfalle sie zur Übergabe auffordern, bei deren Verweigerung den Platz blockieren lassen. Melas marschiert mit dem Hauptteil der II. Kolonne über Cola, Davidovich mit der III. Kolonne über Campora, beide nach Sandra. Von hier eilt die Brigade Nicoletti voraus nach den Höhen von Castelnovo, zugleich werden Palazzolo (S. Giustina) und Bussolengo, jedes mit 8 Kompagnien besetzt. Die Kolonnen beziehen dann das Lager bei Castelnovo.“

Dem General Mitrovsky wurde Befehl zugeschickt „daß er vorwärts der Chiusa sich aufstellen, Patrouillen gegen Verona senden, und sich dadurch sowohl mit der über Lugo vorrückenden Abteilung des Generals Spiegel, alt mit der Vorhut der IV. Kolonne in Verbindung setzen solle.“

Unterdessen war, vermutlich noch vor Mitternacht am 29. Juli, bei Masséna ein Befehl 9) Bonapartes aus Montechiaro eingetroffen, der für den 30. Juli eine Unterstützung mit mehreren Halbbrigaden in Aussicht stellte und ihm dann empfahl: die Kriegsbrücke über die Etsch zu verbrennen, seine Kräfte zu vereinen, sich etwas vom Feinde zurückzuziehen, aber dessen Vormarsch mit allen Mitteln aufzuhalten; er solle sich auf den Mincio stützen und vor allem Castelnovo decken. – Am 30. bald nach Mittag traf aber ein zweiter Befehl aus dem inzwischen nach Castelnovo verlegten Armeehauptquartier ein, des Inhalts: Masséna habe mit 1500 Mann die Minciobrücke bei Valeggio zu besetzen und mit dem Hauptteil seiner Division bei Peschiera hinter dem Mincio Aufstellung zu nehmen; dort seien weitere Befehle abzuwarten. Der Rückzug dahin sei aber in größter Ordnung auszuführen. 10)

Bevor aber noch Masséna mit der Ausführung dieses Befehls beginnen konnte, erfolgte – etwa 2 Uhr nachmittags – der österreichische Angriff. Zuerst traf Sebottendorf mit der Brigade Bajalics auf den bei Cavajone ziemlich isoliert stehenden General Victor, der erst nach kräftigem Widerstande zurückwich, um bei Calmasino, durch die dort stehende 18. leichte Halbbrigade verstärkt, erneut Stellung zu nehmen. Hier verteidigten sich die Franzosen mit großer Entschlossenheit, und erst nach einem mehrstündigen Kampfe und nachdem von der Brigade Gummer, der mittleren Angriffskolonne, Verstärkungen eingetroffen waren, konnte Sebottendorf die Franzosen zurückdrängen und mit seinen Truppen über Calmasino hinaus bis auf die Höhen von Lacise vorrücken.

Ungleich rascher entschied sich das Gefecht auf dem französischen rechten Flügel zugunsten der Österreicher; hier hatte Masséna auf den Höhen vorwärts Piovezzano mit der 18. Linienhalbbrigade, dem III. Bataillon der 11. Linienhalbbrigade und den spärlichen Resten der 11. leichten Halbbrigade Stellung genommen. Die beiden ersten Angriffe der Österreicher wurden hier zwar abgewiesen, als aber Davidovich die Reserven einsetzte, flohen die Franzosen unter Zurücklassung zahlreicher Gefangener und Kanonen in großer Unordnung nach Süden. General Victor, der – nach einem späteren Bericht des Generalstabsoffiziers Monnier 11) – seine Truppen trotz der Niederlage bei Calmasino in guter Ordnung erhalten hatte, warf sich bald darauf den verfolgenden Österreichern mit dem Bajonett in die rechte Flanke und erleichterte so seiner Division den Rückzug nach Peschiera. Er selbst trat erst nach Einbruch der Dunkelheit den Marsch dahin an und traf mit seinen Truppen am 31. Juli, bei Sonnenaufgang in Peschiera ein. Die Verluste in diesen Gefechten waren auf beiden Seiten bedeutend und die Erschöpfung der Österreicher so groß, daß sie die Erreichung der angestrebten Marschziele aufgaben und in den eroberten Stellungen für die nächste Nacht Lager bezogen:

General Mitrovsky war, dem Befehle gemäß, über die Chiusa auf dem linken Ufer der Etsch vorgerückt, und hatte beim Austritt des Flusses aus dem Gebirge, in der Gegend von Ospitaletto, eine Aufstellung bezogen und zur Herstellung der Verbindung mit General Spiegel Patrouillen nach Verona vorgeschickt.

Hier waren unterdessen auch mehrere Befehle Bonapartes eingetroffen. Im ersten wurde noch für den 30. Juli ein Vor brechen der Besatzung Veronas gegen Montebello in Aussicht gestellt, die späteren aber führten zur Räumung der Stadt. Zuerst verließ sie Dallemagne, vermutlich schon am Abend des 29., um mit der 32. Linienhalbbrigade und dem I. Bataillon der 11. Linienhalbbrigade nach Castelnovo zu marschieren, und am 30., im Laufe des Vormittags, Rampon, um sich mit den beiden leichten Halbbrigaden Nr. 17 und 22 nach Villafranca zurückzuziehen und dort Stellung zu nehmen. Rampon hatte eben Verona verlassen und seine Nachhut war noch in der Stadt, als die Kolonne Spiegel, die früh morgens von Lugo aufgebrochen und im Val Pantena herabgezogen war, vor Verona eintraf. Sie fand die Tore offen, drang rasch ein, warf die Nachhut Rampons aus der Stadt, und folgte den Franzosen bis gegen Villafranca nach. Hier aber sah sich Spiegel in völlig isolierter Lage überlegenen Kräften gegenüber, und zog sich daher, unter Zurücklassung von Patrouillen zur Beobachtung der Gegend von Villafranca und Sommacampagna, am Abend nach Verona zurück.

Die IV. Kolonne, F.M.L. Mészáros, hatte sich am 30. Juli nicht weiter vorgewagt und war in ihrer Aufstellung bei Montebello stehen geblieben; sie begnügte sich damit, die Etschlinie zu beobachten, und nachmittags I Rittmeister und 70 Mann nach Verona zu senden, welche Abteilung General Spiegel am nächsten Tage nach Zevio schickte, um zwischen seiner Kolonne und Mészáros eine Verbindung herzustellen. Gegen Abend setzte sich aber dieser mit seiner Kolonne gegen Süden in Bewegung und erreichte nach einem Nachtmarsch das von Augereau verlassene Legnago am Morgen des 31. Juli.

Die Stellung der beiden Armeen in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli ist auf der beigefügten Karte, Blatt 2, dargestellt.

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  1. Memoires de Masséna. Seite 441. Rapport du général Joubert au général Berthier. (Verone, 16. août 1796).
  2. Correspondence No. 740.
  3. Correspondence No. 755.
  4. Correspondence inédite, Masséna au général en chef, Piovezzano, 29. juillet 1796.
  5. Correspondence inédite, Masséna au général en chef, 29 juillet 1796.
  6. Jahrgang 1830.
  7. Correspondance No. 797. [Sicht Seite 67.]
  8. Einige Teile der Truppen Melas sollen erst am 30. Juli mittags in Rivoli eingetroffen sein (Österreichische Militärzeitschrift, Jahrgang 1830).
  9. Correspondance No. 797.
  10. Correspondance No. 809.
  11. Mémoires de Masséna; p. 446. Rapport historique des affaires qui ont eu lieu depuis le 29. juillet au 17. août 1796, par l'adjutantgénéral Monnier. Piovezzano, le 17. août 1796.

Library Reference Information

Type of Material: Text (Book, Microform, Electronic, etc.)
Personal Name: Hortig, Viktor
Main Title: Bonaparte vor Mantua, ende juli 1796.
Der erste entsatzversuch.
Von Dr. Phil. Hortig.
Mit 5 Karten und 5 Textskizzen.
Published/Created: Rockstock, Stiller (G. Nusser) 1903.
Description: viii, 204 p. illus. (5 plans) 5 Fold. maps (in pocket) 23cm.
Notes: "Verzeichnis der benutzten quellen": p. [203]-204.
Subjects: Napoléon I, Emperor of the French, 1769-1821 --Military leadership.
First Coalition, War of the, 1792-1797--Campaigns--Italy.
Mantua (Italy)--History--Siege, 1796-1797.
LC Classification: DC223.4 .H6
Pages: 50-60