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 Research | Napoleonic Hortig Bonaparte vor Mantua German Einleitung

Bonaparte vor Mantua

Einleitung.
Gedrängte Übersicht der Ereignisse, die zur Belagerung Mantuas führen.

Am 27. März 1796 übernimmt Bonaparte in Nizza das Kommando der italienischen Armee, am 9. April werden die Feindseligkeiten eröffnet, und bereits am 28. April ist Sardinien zum Abschluß des Waffenstillstandes von Cherasco und damit zum Austritt aus der Koalition gezwungen. Beaulieu sammelt seine geschlagenen Truppen zur Deckung der Lombardei bei Acqui.

Mit einer bis dahin unerhörten Tätigkeit und Energie hat der junge französische Heerführer das erste Ziel des Feldzuges in überraschender Schnelligkeit erreicht, aber schon strebt er rastlos dem zweiten zu: Niederkämpfung der österreichischen Armee. Das Schreiben, in welchem er dem Direktorium den erfolgten Abschluß der Waffenruhe mit Sardinien anzeigt, enthält schon die klare Fassung seiner nächsten Absichten:

„Ich marschiere morgen gegen Beaulieu; ich zwinge ihn wieder über den Po zurückzugehen, ich gehe unmittelbar nach ihm über, bemächtige mich der ganzen Lombardei, und ehe ein Monat vergeht, hoffe ich auf den Bergen Tirols zu sein, die Rheinarmee zu finden, und in Verbindung mit ihr den Krieg nach Bayern zu spielen. Dieser Plan ist Ihrer, der Armee und des Geschickes Frankreichs würdig.“ 1)

Das letzte Ziel des Krieges, die Niederwerfung der Koalition, war am sichersten zu erreichen, wenn sich die französischen Heere vereint auf Deutschland und Österreich warfen. Letzteres mußte entscheidend getroffen werden. Die Formulierung der Haupt- aufgabe und das Erkennen der Notwendigkeit, die Kräfte zusammenzufassen und unbeirrt durch Nebenzwecke zum Angriff gegen den wichtigsten und gefährlichsten Gegner anzusetzen, ist napoleonischen Geistes.

,,Osterreich ist unser erbittertster Feind,“ sagt Bonaparte schon am 19. Juli 1794 in einer für den Wohlfahrtsausschuß bestimmten Denkschrift über den Krieg in Italien. „Der Kriegsplan muß möglichst so sein, daß sich die Schläge der verschiedenen Armeen direkt oder indirekt gegen diese Macht richten. Deutschland muß man niederwerfen; ist das geschehen, fallen Spanien und Italien von selbst. Man darf sich im Angriff nicht zersplittern, muß vielmehr alles auf ein Ziel richten. Wenn wir große Erfolge erringen, können wir in den nächsten Feldzügen durch die Lombardei, über den Tessin und durch Tirol unseren Angriff auf Deutschland richten, während unsere Armeen vom Rhein in sein Herz eindringen. Man muß Deutschland treffen, nicht Spanien und nicht Italien. Auch wenn wir große Erfolge erringen, dürften wir doch niemals die falsche Richtung nehmen und uns tief nach Italien hineinbegeben, solange als Deutschland uns noch eine furchtbare Front bietet und nicht geschwächt ist. Wenn auch unser nationaler Stolz und das Verlangen nach Rache uns in den nächsten Feldzügen nach Rom zögen, so müßten doch Politik und Interesse uns stets die Richtung auf Wien geben.“ 2)

Noch am 28. April ergehen die Befehle, um die französische Armee nach Osten in Marsch zu setzen. Beaulieu weicht hinter den Po und die Agogna zurück; Bonaparte umgeht ihn über Piacenza, und zwingt ihn damit zum Rückzug hinter die Adda. Die Brücke von Lodi wird gegen die österreichische Nachhut am 10. Mai im Sturme genommen. So gelangt die französische Offensive an einen neuen Abschnitt; doch Bonaparte denkt nicht an Ruhe, sondern nur an das Aufsuchen neuer Erfolge.

„Ich gehe morgen nicht nach Mailand,“ schreibt er an Carnot, „weil ich Beaulieu verfolgen und seine Verwirrung benutzen will, um ihn noch einmal zu schlagen. Bald ist es möglich, daß ich Mantua angreife. Wenn ich diesen Platz genommen habe, so hindert mich nichts mehr, in Bayern einzudringen. In 20 Tagen kann ich mitten in Deutschland sein. Könnten Sie nicht meine Bewegungen mit den Operationen jener beiden Armeen kombinieren? Ich denke, daß man sich eben jetzt am Rhein schlägt; wenn der Waffenstillstand fortdauert, würde die italienische Armee erdrückt werden. Wenn die beiden Rheinarmeen ins Feld rücken, so bitte ich Sie, mich von ihrer Stellung in Kenntnis zu setzen, und von dem, was Sie von ihnen erwarten, damit mir dies zur Richtschnur dienen könne, in Tirol einzudringen oder mich auf die Etsch zu beschränken.

Es wäre der Republik würdig, den Friedensvertrag mit den drei vereinigten Armeen im Herzen von Bayern oder des erstaunten Österreichs zu unterzeichnen.“ 3)

Unbeirrt hält Bonaparte das große Ziel vor Augen. Beaulieu entzieht sich aber rasch den nachdrängenden Franzosen, und so entschließt sich Bonaparte, erst die Eroberung der Lombardei völlig durchzuführen. Siebzehn Tage nach Eröffnung der Operationen gegen Beaulieu, d. i. am 15. Mai, zieht er im Triumphe in Mailand ein.

Tags vorher erhielt er vom Direktorium die Mitteilung, daß nach dem Eintreffen der Verstärkungen er in Zukunft den Oberbefehl in Italien mit Kellermann zu teilen habe; dieser sollte auf dem linken Po-Ufer kommandieren, jener gegen Rom und Neapel. Über diese Zumutung ist Bonaparte höchst ungehalten.

„Ich halte es für sehr unpolitisch, die italienische Armee in zwei Teile zu trennen; es ist auch gegen das Interesse der Republik, ihr zwei Generale zu geben. Die Unternehmung gegen Livorno, Rom und Neapel ist etwas Nebensächliches ... Ich habe während des ganzen Feldzuges niemand um Rat gefragt; ich hätte nichts Gutes zustande gebracht, wenn ich auf die Ansicht eines anderen hätte Rücksicht nehmen müssen . . . Jeder hat seine Art, Krieg zu führen. Der General Kellermann hat mehr Erfahrung und wird ihn besser führen als ich; aber wir beide zusammen werden ihn sehr schlecht führen. Ich kann dem Vaterlande nur dann wesentliche Dienste leisten, wenn ich Ihr Vertrauen ganz und unumschränkt besitze.“ 4) Bonaparte unterstützt die Beweiskraft seiner Gründe durch das Anbieten seiner Demission. „Ich kann nicht gerne mit einem Manne dienen, der sich für den ersten Feldherrn von Europa hält, und übrigens glaube ich, daß ein schlechter General besser ist als zwei gute.“ 5)

Das Direktorium ließ sich überzeugen und gab schon am 21. Mai den Plan einer Teilung wieder auf. „Das Vertrauen, welches das Direktorium in Ihr Talent und Ihren republikanischen Eifer setzt,“ ward dem General geschrieben, „hat über den künftigen Befehlshaber in Italien Ihrem Wunsche gemäß entschieden: Kellermann bleibt in Chambery.“ So ist Bonaparte wieder unumschränkter Herr in Italien.

Den französischen Truppen waren inzwischen einige Tage der Ruhe gegönnt, während Beaulieu seine Kräfte hinter den Mincio stellt, gestützt auf Peschiera und Mantua. Nachdem Bonaparte die notwendigen Maßnahmen zur Verwaltung des eroberten Landes getroffen und den General Despinois mit der Belagerung der noch von österreichischen Truppen besetzten Mailänder Zitadelle beauftragt hatte, setzte er schon am 19. Mai wieder seine Divisionen gegen Beaulieu in Marsch.

„Schon sind die Truppen in Bewegung, um nach den Engpässen Tirols zu marschieren. Die österreichische Armee erhält täglich Verstärkungen; aber ich denke, daß unsere Rheinarmee dem Kaiser nicht gestatten wird, sich auf dieser Seite allzusehr zu schwächen.“ 6)

Am 23. Mai verläßt Bonaparte Mailand, um seiner Armee zu folgen. Kaum in Lodi eingetroffen, erfährt er, daß unter der lombardischen Landbevölkerung ein Aufstand ausgebrochen sei, der besonders in Mailand und Pavia gefährliche Formen zeige. Rasch entschlossen kehrt er mit 3 Grenadierbataillonen, 2 Kavallerieregimentern und 4 Geschützen um, wirft mit blutiger Strenge erst in Mailand, dann in Pavia die Aufstandsbewegung nieder und ist am 27. wieder bei der Armee, die Berthier inzwischen bis an die Chiese vorgeführt hatte.

Am 28. und 29. zieht Bonaparte seine Kräfte gegen Lonato zusammen und schiebt eine Halbbrigade gegen Salo vor, um Beaulieu glauben zu machen, er habe die Absicht, durch das obere Chiesetal auf Riva vorzugehen. Er wartet aber eine Wirkung dieses Mannövers nicht ab, sondern wendet sich am frühesten Morgen des 30. mit zusammengehaltener Kraft und großer Schnelligkeit gegen den Mincio und durchbricht die dünne Verteidigungsstellung der Österreicher durch einen kräftigen Stoß über Valeggio.

Beaulieu ist außerstande, seine über einen weiten Raum verteilten Kräfte rechtzeitig an die Durchbruchsstelle heranzuziehen, und so bleibt den getrennten österreichischen Heeresteilen nichts übrig als der schleunige Rückzug an die Etsch, der auch mit verhältnismäßig geringen Verlusten und in Ordnung ausgeführt wird. Beaulieu ist am I. Juni in Roveredo.

Im Tagesbefehl vom 31. Mai kann der französische Feldherr seiner Armee den Erfolg ihrer Siege künden: „Die Feinde sind über die Etsch gegangen; im Mantuanischen ist nur noch die Besatzung von Mantua, welche die ungesunde Luft der umliegenden Sumpfe bald vernichtet haben wird, Die Österreicher sind vollständig aus Italien verjagt.“ 7)

„Unsere Vorposten stehen auf Deutschlands Bergen.“ 8)

Bonaparte hat sich zum Herrn von Oberitalien gemacht. Er kann aber jetzt nicht daran denken, seinen Operationen die Fortsetzung zu geben, die er bisher stets im Auge hatte. Am Rhein war man jetzt erst dabei, die in weiten Kantonnements liegenden französischen Armeen zum Einmarsch nach Deutschland bereit zu stellen, so daß von einer Kooperation mit ihnen vorläufig keine Rede sein konnte. Damit war Zeit für die Lösung näherliegender Aufgaben gegeben. Noch standen von den Österreichern 2500 Mann in der Mailänder Zitadelle und 13 700 Mann in Mantua. Sollte die Lombardei mit der Mincio-Linie den Franzosen für einen weiteren Vormarsch gegen Bayern oder Wien als Operationsbasis dienen, so war der Besitz dieser Plätze für sie eine Notwendigkeit. Weiter lag es sehr im Interesse einer besseren Rückendeckung und Sicherung der langen französischen Etappenlinie, die der Koalition angehörenden Staaten von Mittel- und Süditalien erst zu möglichst vorteilhaften Friedensschlüssen zu zwingen. Besonders das letztere war ein dringender Wunsch der französischen Regierung, auf den sie immer wieder zurückkam. Sie wollte ja schon anfangs Mai, wie bereits erwähnt wurde, die Operation gegen Rom und Neapel unter gleichzeitiger Teilung der Armee zu einer Hauptoperation machen, und erst die dringenden Vorstellungen Bonapartes drückten diese Unternehmung zu sekundärer Bedeutung herab. Mit welchem Recht, haben die Tatsachen später gelehrt.

Im großen Widerspruch zu den Anforderungen, die an die Armee Bonapartes gestellt werden, steht deren geringe Stärke. Am 7. Juni klagt der französische Feldherr dem Direktorium: „Die Belagerung der Zitadelle von Mailand, die Bewachung des Mailänder Gebiets und die Besetzung der eroberten Plätze erfordern 15000 Mann; die Bewachung der Etsch und der Stellungen in Tirol 20000 Mann; die Blockade von Mantua 12000 Mann; es bleiben, die Verstärkungen inbegriffen, welche von der Alpenarmee kommen, nur 6000 Mann.“ 9)

Die Begebenheiten nach dem 1. Juni nehmen kurz folgenden Verlauf:

Bonaparte schiebt den im Etschtale zurückgehenden Österreichern die Division Masséna bis Rivoli nach, läßt die Halbbrigade Rusca zur Bewachung des oberen Chiesetales bei Salo stehen, besetzt ohne Rücksicht auf die Neutralität Venedigs die befestigten Plätze Peschiera, Verona und Legnago, und dirigiert die Divisionen Augereau, Sérurier und Kilmaine gegen Mantua. Am 4. und 5. Juni werden die österreichischen Außenposten in die Festung hineingedrängt, und am 7. ist der Platz von allen Seiten umschlossen. Mit der Blockade müssen sich aber auch die Franzosen bis auf weiteres begnügen, fehlt es doch zur Belagerung an der nötigen Artillerie.

Bonaparte wendet sich nunmehr unter Entfaltung außerordentlicher Tatkraft den Aufgaben im Innern Italiens zu. „Hierbei zeigte er, was die Vereinigung von Diplomatie und Kriegskunst in seiner Hand bedeutete, wie meisterhaft er eine Kunst durch die andere zu ergänzen und beiden die höchste Wirkung abzugewinnen verstand.“ 10)

Schon am 5. Juni, bevor er noch zur Ausführung der gegen den Süden Italiens geplanten militärischen Unternehmung schreiten kann, erfolgt der Abschluß eines Waffenstillstandes mit Neapel, der der österreichischen Armee 2400 Mann neapolitanischer Reiterei und der Mittelmeer-Flotte der Koalition fünf Kriegsschiffe und mehrere Fregatten entzieht. In Mailand, wohin sich Bonaparte zunächst begibt, betreibt er die Eröffnung der Laufgräben gegen die Zitadelle, und auf die Nachricht vom Ausbruch bedenklicher Unruhen auf den kaiserlichen Lehen nächst Arquata, eilt er nach Tortona. Mit großer Entschlossenheit stellt er die Ordnung wieder her, und der Republik Genua, von wo aus die Unruhen im Rücken der französischen Armee geschürt werden, droht er mit scharfen Repressalien. Am 14. Juni schließt er zu Tortona mit dem Vertreter des Königs von Sardinien den definitiven Friedensvertrag.

Aber auch inmitten dieser vielseitigen Tätigkeit verliert der französische Feldherr die großen Ziele nicht aus den Augen. „Sobald ich erfahren habe, daß der Feldzug am Rhein eröffnet sei, habe ich eine Kolonne an den Comersee marschieren lassen, welche das Fort Fuentes besetzt und zerstört hat; dieser Marsch hat die Feinde wegen Schwaben beunruhigen müssen ... Der Kaiser sagt allen Leuten, daß er im August wieder nach Italien eindringen wird. ... Denken Sie an die italienische Armee; schicken Sie ihr Mannschaft um Mannschaft. Wenn es sich mit dem allgemeinen Feldzugsplan hätte vereinigen lassen, wäre ich jetzt an der Donau; aber nun kann ich vor sechs Wochen nicht dort sein.“ 11) Und von Tortona aus erläßt er am 14. Juni eine Proklamation an die Einwohner Tirols, in der er seinen Marsch durch ihr Land ankündigt „um den Wiener Hof zu einem Frieden zu zwingen, den Europa wie seine Bewohner nötig haben,“ 12)

Bonaparte begibt sich hierauf über Modena nach Bologna, wo er am 20. die Division Augereau trifft, die hier tags vorher von Mantua über Borgoforte eingetroffen war. Nachdem bereits früher das Herzogtum Parma durch reichliche Opfer an Geld, Lebensmitteln, Pferden und wertvollen Gemälden einen Waffenstillstand erkauft hatte, während Modena, wo ein österreichischer Erzherzog regierte, einfach als erobertes Land behandelt wurde, blieb nur noch der Kirchenstaat zu unterwerfen. Aber schon am 23. trifft ein Bevollmächtigter des Papstes in Bologna ein, um wegen Abschluß eines Waffenstillstandes zu verhandeln. Die päpstlichen Legationen nördlich der Apenninen hatten die Franzosen mit so unverhohlenem Jubel als Befreier empfangen, daß der Papst unter dem lebhaften Eindruck dieser Tatsache, die schweren Bedingungen akzeptierte, die Bonaparte stellte. Danach blieben Bologna, Ferrara und Ancona bis zum definitiven Friedensschluß von den Franzosen besetzt, 21 Millionen Franken Kriegskontribution wurden gezahlt, Pferde und sonstige Armeebedürfnisse geliefert und 100 Kunstwerke an die Republik abgetreten.

Nach dem Abschluß dieser Verhandlungen eilt Bonaparte sofort nach Pistoja, wo er am 25. die aus Nachschüben gebildete Division Vaubois trifft, und marschiert mit ihr nach Livorno. Das Großherzogtum Toskana hatte zwar mit der französischen Republik bereits Frieden geschlossen, aber die Engländer unterhielten in Livorno eine Flottenstation und hatten dort beträchtliche Warenmengen aufgestapelt. Dem überraschenden Anmarsch der französischen Kolonne gelingt es, einen großen Teil derselben, im Werte von etwa 8 Millionen, für die französische Republik mit Beschlag zu belegen. Bonaparte läßt den General Vaubois mit 2000 Mann in Livorno zurück, während die übrigen Truppen, auch die Division Augereau, die nur ein Bataillon in der Zitadelle von Ferrara läßt, über den Po zurück zur Armee an die Etsch marschieren. Die in Modena, im Fort Urbano und in der Zitadelle von Ferrara gefundene, wie die nach dem Fall der Zitadelle von Mailand am 27. Juni entbehrlich gewordene Artillerie wird zur Formierung des gegen Mantua bestimmten Belagerungsparkes nach Borgoforte gebracht.

Am 5. Juli ist Bonaparte wieder im Hauptquartier zu Roverbella. In wenigen Wochen war dem französischen Feldherrn die Trennung Italiens von der Koalition geglückt. Der große Erfolg dieser Unternehmung hatte nicht einen Mann gekostet; er war eben nichts anderes als eine von Bonaparte vorausgesehene und erwartete Nachwirkung der glänzenden Siege im Norden. Mit Oberitalien hatte er auch schon den Süden bezwungen.

Die letzte Entscheidung war aber damit noch lange nicht gefallen. Noch stand Mantua als Bollwerk österreichischer Macht, und so lange sich diese Festung hielt, waren Frankreichs Erfolge von der Möglichkeit gefährlicher Wechselfälle bedroht. Bonaparte mußte befürchten, bei einer entscheidenden Niederlage vor Mantua die Machthaber ganz Italiens wieder gegen sich zu sehen, und dann konnte sehr leicht alles so rasch verloren sein, wie es gewonnen worden war. Damit rechnete aber auch Österreichs Kaiser, und so entbrannten denn in der Erkenntnis von der entscheidenden Bedeutung Mantuas um den Besitz dieser Festung heiße Kämpfe, welche nahezu acht Monate hindurch die gespannteste Aufmerksamkeit Europas fesselten, Kämpfe, welche von beiden Seiten mit beispielloser Erbitterung geführt wurden, und die zu den glänzendsten und denkwürdigsten Waffentaten aller Zeiten zählen.

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  1. Correspondence No. 257 An das Direktorium, Cherasco, 28. April.
  2. Krebs et Moris, Campagnes dans les alpes. Pièces justificatives No. 42.
  3. Corresp. No. 383. An Carnot, Lodi, 11. Mai.
  4. Corresp. No. 420. An das Direktorium, Lodi, 14, Mai.
  5. Corresp. No. 421. An Carnot, Lodi, 14. Mai.
  6. Corresp. No. 478. An das Direktorium, Mailand, 22. Mai.
  7. Corresp. No. 535. Tagesbefehl, Peschiera, 31. Mai.
  8. Corresp. No. 537. An das Direktorium, Peschiera, 1. Juni.
  9. Corresp. No. 583. Mailand, 7. Juni.
  10. Böhulingk, Napoleon Bonaparte, II. S. 55.
  11. Corresp. No. 639. An das Direktorium, Tortona, 15. Juni.
  12. Corresp. No. 629.

Library Reference Information

Type of Material: Text (Book, Microform, Electronic, etc.)
Personal Name: Hortig, Viktor
Main Title: Bonaparte vor Mantua, ende juli 1796.
Der erste entsatzversuch.
Von Dr. Phil. Hortig.
Mit 5 Karten und 5 Textskizzen.
Published/Created: Rockstock, Stiller (G. Nusser) 1903.
Description: viii, 204 p. illus. (5 plans) 5 Fold. maps (in pocket) 23cm.
Notes: "Verzeichnis der benutzten quellen": p. [203]-204.
Subjects: Napoléon I, Emperor of the French, 1769-1821 --Military leadership.
First Coalition, War of the, 1792-1797--Campaigns--Italy.
Mantua (Italy)--History--Siege, 1796-1797.
LC Classification: DC223.4 .H6
Pages: 1-9